Natur pur beim Hausbau

Bauherren in Schleswig-Holstein beschäftigen sich heute viel stärker mit Themen wie Nachhaltigkeit, als es früher der Fall war. Sie haben erkannt: Bei einem Bauprojekt – egal ob Neubau oder Umbau – hat jede Entscheidung große Auswirkungen auf die persönliche Zukunft und auf die Zukunft der Umwelt. „Wir nutzen ein Haus über Jahrzehnte. Darum ist es bei der Planung wichtig, nicht nur an heute, sondern auch an morgen zu denken“, sagt Andreas Johnsen von der Zimmerei Johnsen aus Grande. Ihn freut es, dass die Themen Nachhaltigkeit und Ökologie viele Bauinteressierte zum traditionsreichen Baustoff Holz führen. „Holz ist der Ausgangspunkt für eine stimmige und effiziente Verwendung von ökologischen Baustoffen“, ist Zimmermeister Johnsen überzeugt.

Höhere Energiestandards und ein wachsendes Bewusstsein für nachhaltiges Handeln haben den Hausbau verändert. Bei der Planung geht es nicht mehr nur um Grundriss, Dachform und Fassadengestaltung, sondern vielmehr darum, wie und mit welchen Materialien gebaut werden soll. Auch Andreas Johnsen spürt, dass Fragen nach den Baustoffen, ihrer Herstellung und Auswirkungen auf das Wohngefühl und sogar die spätere Entsorgung immer wichtiger werden. Ökologische Baustoffe können in fast allen Bereichen beim Hausbau eingesetzt werden. Für Johnsen steht natürlich Holz an erster Stelle. Wegen seiner guten statischen Eigenschaften wird es seit Jahrhunderten im Hausbau eingesetzt. Seine CO2-Bilanz und gute Dämmeigenschaften haben in den vergangenen Jahren für eine Renaissance des Baustoffs gesorgt. „Das Raumklima spielt bei den Menschen eine immer größere Rolle“, sagt Johnsen. Gerade hier spielt Holz seine Vorteile als natürlicher Baustoff aus.

Holz ist ein wichtiger, aber lange nicht der einzige ökologische Baustoff im Hausbau. Besonders im Bereich der Dämmung haben sich frühzeitig Alternativen zu herkömmlichen Materialien entwickelt. Lehm, Stroh, Schilf oder Hanf sind natürliche Stoffe, die heute wieder als Dämmstoff eingesetzt werden. Gerade die Kombination von Lehm und Stroh erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Jüngst hat das Bio-Unternehmen Alnatura in Darmstadt ein Bürogebäude für 500 Mitarbeitende aus Lehmwänden errichtet. Für Johnsen zeigen solche Beispiele, dass ökologisches Bauen in allen Bereichen auf dem Vormarsch ist.
Weniger exotisch als Hanf oder Stroh ist Zellulose. Diese wird aus recyceltem Altpapier hergestellt, was den Produktionsprozess besonders umweltfreundlich macht. Der Dämmstoff lässt sich einschütten, in Hohlräume einblasen oder als vorgefertigtes Element verwenden. Ähnlich wie bei einer Weichfaserplatte aus Holz, dem Klassiker bei ökologischen Dämmstoffen, dampft Zellulose keine Schadstoffe oder Chemikalien aus.

Die Zimmerei Johnsen ist Partner im Netzwerk der 81fünf. Dort sind Holzhausunternehmen, Zimmereien, Architekten und Planer zusammengeschlossen, die sich immer wieder über die Entwicklung ökologischer Baustoffe austauschen. „Ein Netzwerk-Partner hat zum Beispiel sein Haus-Konzept vorgestellt, das nahezu ohne Kunststoff auskommt“, sagt Johnsen. Auch wenn Bauherren solche Wünsche noch selten äußern, zeigt es das gestiegene Bewusstsein beim Hausbau. „Ich bin froh, dass wir durch unseren täglichen Umgang mit dem ökologischen Baustoff Holz auf fast alle Fragen eine Antwort haben“, sagt Johnsen. Innovationen und neue technische Entwicklungen kommen für ihn immer erst dann zum Zug, wenn die natürlichen Eigenschaften der verwendeten Materialien ausgeschöpft sind.

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